Steggasse

24. Juni 2026 Aus Von Thomas Kruspel

Die Steggasse verbindet die Annagasse mit der Kreuzgasse und verläuft zum Teil entlang des alten Pfarrstadels und des Pfarrgartens. Sie begrenzt damit das in seiner heutigen Form Ende des 17. bzw. Anfang des 18. Jahrhunderts entstandene Pfarrhofareal in nördlicher Richtung. Wie bereits erwähnt verläuft die Steggasse teils an der Mauer des Pfarrgartens und dessen Einfriedung wurde unter Pfarrer Jakob Lambert bereits in den 1590er Jahren errichtet.1

Vor der Überdeckung der Mistel im Ortsgebiet (1973-1982) und der bald darauf folgenden Schaffung der „Grünen Straße“ existierten mehrere Brücken, Stege und vor der Mistelregulierung sogar eine Furt, die eine Überquerung des Bachs ermöglichten. Wie der Name bereits nahelegt, führte die Steggasse über einen Steg und ein solcher war im Gegensatz zu Brücken ausschließlich für Fußgänger benutzbar. Die schmale Steggasse, die heute die „Grüne Straße“ kreuzt, war also seit jeher – mit Ausnahme der Möglichkeit von Zufahrten im Bereich des Pfarrstadels – nicht (durchgängig) befahrbar.

Ein alter Plan des Pfarrhofgeländes aus dem Jahr 1737: zur besseren Orientierung wurde neben der Steggasse (grün), auch die Berggasse, die Annagasse und die Kirchengasse farblich markiert.
Ein alter Plan des Pfarrhofgeländes aus dem Jahr 1737: zur besseren Orientierung wurde neben der Steggasse (grün), auch die Berggasse, die Annagasse und die Kirchengasse farblich markiert.

Obiger Plan zeigt den bis heute unveränderten Verlauf der Steggasse und belegt, dass auch damals an dieser Stelle ein kleiner Steg über die Mistel führte. Große verkehrstechnische Bedeutung kam dieser Überquerungsmöglichkeit wohl nicht zu, denn in unmittelbarer Umgebung gab es auch Brücken in der Kirchengasse und Barnabitenstraße sowie die Furt in der Wiedenstraße, wo sich ein weiterer Steg befand.

Auf einer von Feuerwehrhauptmann August Lubovienski angefertigten und in der Wiener Feuerwehr-Zeitung veröffentlichte Skizze zu einem Brand in der Kreuzgasse im Jahre 1881 findet sich in der Bildmitte der (aus Fließrichtung gesehenen) rechts der Mistel gelegenen Teil der Steggasse ("G.") samt der namensgebenden Überquerungshilfe.
Auf einer von Feuerwehrhauptmann August Lubovienski angefertigten und in der Wiener Feuerwehr-Zeitung veröffentlichte Skizze zu einem Brand in der Kreuzgasse im Jahre 1881 findet sich in der Bildmitte der (aus Fließrichtung) rechts der Mistel gelegene Teil der Steggasse („G.“) samt der namensgebenden Überquerungshilfe.

Offiziell erhielt die Steggasse ihren, zweifellos bereits zuvor gebräuchlichen, Namen im Zuge der Einführung der Straßenbezeichnungen samt Orientierungsnummern im Jahre 1898.2 Für Verbindungswege nicht unüblich gibt es kein Haus, dass die Adressbezeichnung Steggasse führt.

Wo befindet sich die Quergasse?

Bildnachweis:

-) Brandskizze: Wiener Feuerwehr-Zeitung, 1. Juni 1881 (XI. Jg. – Nr. 11) (Google Books)
-) Alter Plan des Klosterareals: Garms, Jörg: „Materialien zur Kunsttätigkeit der gegenreformatorischen Orden in Österreich und in anderen Ländern der Habsburgermonarchie bis 1800“ – III. Die Archive des Theatiner- und des Barnabitenordens. In: Römische Historische Mitteilungen 38 (1996), S. 269-306; Abb. 20

Quellen:

  1. Spreitzer, Hans: „Von den Häusern, Straßen, Gassen und Plätzen Mistelbachs“ In: Mistelbach Geschichte I (1974), S. 185 ↩︎
  2. Fitzka, Karl: Geschichte der Stadt Mistelbach (1901), S. 238 ↩︎