Kaiser Franz Joseph I. und Mistelbach

Die 1874 durch Kaiser Franz Joseph I. erfolgte Stadterhebung, trug dem Aufschwung, den Mistelbach ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte, Rechnung bzw. befeuerte diesen weiter. Darüber hinaus gab es noch weitere Berührungspunkte Mistelbachs mit dem längstdienenden Regenten des Hauses Habsburg, die nachfolgend dargestellt werden:

Der Kaiser in Mistelbach

Als Kaiser Franz Joseph I., am 12. Juni 1880 von Manövern in Böhmen mit der k. k. Staatseisenbahn nach Wien zurückfuhr, nahm er kurzen Aufenthalt in der Station Mistelbach. Der Hofzug fuhr um 7:35 Uhr abends unter Glockengeläut, Böllerschüssen und Hochrufen der zahlreich anwesenden Bevölkerung ein. Vertreter der Gemeinde, der Behörden, die Lehrer samt Schuljugend, die hohe Geistlichkeit und Abordnungen der Vereine bereiteten dem Regenten einen würdigen Empfang. Eine Schülerin überbrachte dem Kaiser einen Blumengruß und Franz Joseph I., grüßte die versammelte Menschenmenge und erkundigte sich nach aktuellen Angelegenheiten des Bezirks. Anschließend folgten kurze Ansprachen verschiedener Honoratioren, darunter auch jene des Bürgermeisters Josef Strasser, dessen Einfluss dieser Zwischenstopp des Kaisers zu verdanken war. Obwohl nur ein Aufenthalt von drei Minuten vorgesehen war, hielt sich der Kaiser letztendlich zehn Minuten in Mistelbach auf.[1]

Als Kaiser Franz Joseph I., am 8. September 1909 zu den Manövern im mährischen Groß-Meseritsch reiste, führte ihn seine Fahrt mit der k. k. Staatseisenbahn abermals nach Mistelbach. Der Bahnhof und die entlang der Zugstrecke verlaufende Bahnzeile waren mit schwarz-gelben Fahnen geschmückt und Vertreter aller Körperschaften und weite Teile der Stadtbevölkerung waren erschienen um dem Kaiser ihre Ehrerbietung zu erweisen. Der Zug traf um 7:43 Uhr morgens pünktlich ein und wurde, wie knapp dreißig Jahre zuvor, mit Böllerschüssen, Hochrufen und der von der Veteranenkapelle angestimmten Volkshymne begrüßt. Franz Joseph I., nahm die dargebrachten Ovationen, am Fenster seines Waggons stehend, salutierend entgegen und nach einem etwa eine Minute dauernden Aufenthalt setzte der Zug seine Fahrt fort.[2]

Bürgermeister Thomas Freund beim Kaiser[3]

Am 21. Februar 1905 wurde Bürgermeister Thomas Freund zu einer Audienz bei Kaiser Franz Joseph I. empfangen, um die er gebeten hatte, da er sich persönlich für die Verleihung des Goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone bedanken wollte. Der Wortlaut dieser Unterhaltung ist uns dank eines Berichts im Bote aus Mistelbach überliefert:

Nachdem Bürgermeister Freund seinen Dank für die ihm zuteil gewordene Auszeichnung ausgesprochen hatte, antwortete der Kaiser: „Es freut mich, Sie ausgezeichnet zu haben. Die Stadt Mistelbach hat unter Ihnen ja einen bedeutenden Aufschwung genommen. Wie lange sind Sie schon Bürgermeister?“
Freund: „16 1/2 Jahre.“
Kaiser: „Da haben Sie schon viel Arbeit gehabt.“
Freund: „Wenn man das Vertrauen der Bevölkerung genießt, ist man auch verpflichtet, zu arbeiten. Mir wurde schon die hohe Gnade zuteil, daß in meinem bescheidenen Heim kaiserliche Hoheiten Wohnung nahmen.“
Kaiser: „Wann war das?“
Freund: „Vor fünf und drei Jahren.“
Kaiser: „Das war bei den Manövern, das ist sehr schön.“

Nach Franz Joseph I. benannte Bauwerke

Regierungsjubiläen von Herrschern wurden immer zum Anlass genommen, den Regenten ein Denkmal in Form von Bauwerken zu setzen und da Kaiser Franz Joseph I., insgesamt 68 Jahre herrschte, gab es hierzu genug Gelegenheit. In Mistelbach waren ihm folgende öffentliche Gebäude gewidmet bzw. trugen diese teils bis zum Ende der Monarchie den Namen des Kaisers:

Knaben Volks- und Bürgerschule

Da die Raumnot im 1873 errichteten Schulbau, der späteren Mädchenschule, immer größer wurde, der Gemeinde jedoch die finanziellen Mittel für bauliche Erweiterungen fehlten, beschloss die im Eigentum der Stadt befindliche Sparkasse Mistelbach aus Anlass des 50-jährigen Regierungsjubiläums seiner Majestät Franz Joseph I., dem Kaiser durch die Finanzierung des Neubaus einer Knaben Volks- und Bürgerschule ein bauliches Denkmal zu setzen. Die Eröffnung des vom späteren Bürgermeister Baumeister Josef Dunkl jun. ausgeführten Baus erfolgte mit Beginn des Schuljahres 1898. Die beiden in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Schulbauten wurden während umfassender Renovierungen in den Jahren 1985-1989 baulich miteinander verbunden und im März 1990 als neues Pflichtschulzentrum wiedereröffnet.

Kaiser Franz Josef-Jubiläums-Winzerschule

Am 4. Dezember 1898, also nur zwei Tage nach jenem Tag an dem 50 Jahre zuvor die Regentschaft von Kaiser Franz Joseph I. begonnen hatte, fand eine vom landwirtschaftlichen Bezirksverein Mistelbach veranstaltete Kaiserhuldigungsfeier statt, in deren Rahmen das neu errichtete Gebäude dem Verein übergeben wurde. Die offizielle Eröffnung des Schulbetriebs erfolgte bereits am 20. Februar 1899. Dieser erste Bau bildete den Ausgangspunkt für den weitreichenden Komplex der heutigen Landwirtschaftlichen Fachschule, der neben dem mehrfach erweiterten Schulgebäude, auch Internat, Bauernladen und Heurigen umfasst.

Kaiser Franz Josef I. Bezirkskrankenhaus

Im Juni des Jubiläumsjahres 1908 fand die feierliche Grundsteinlegung für den Bau des langersehnten Krankenhauses statt und bereits im November 1909 konnte diese nach dem Kaiser benannte Institution eröffnet werden. Doch schon wenige Jahre nach Fertigstellung begann die bis heute andauernde, unablässige bauliche Erweiterung, durch die das Mistelbacher Krankenhaus zum einem großen Landesklinikum und zum größten Arbeitgeber der Region anwuchs.

Kaiser Franz Josef I. Jubiläums-Bezirkswaisenhaus

Am 2. Dezember 1908, exakt an dem Tag an dem sich der Regierungsantritt von Franz Joseph I., zum sechzigsten Mal jährte, wurde der Grundstein für den Bau des Bezirkswaisenhauses gelegt, und dieser Einrichtung wurde natürlich der Name des Jubilars gegeben.[4] Die feierliche Eröffnung des nach Plänen des nö. Landesarchitekten Gschöpf von Baumeister Josef Dunkl ausgeführten „Kaiser Franz Josef I. Jubiläums-Bezirkswaisenhauses“ fand am 4. Oktober 1910 – am Namenstag des Kaisers, statt.[5] Nach der Auflösung des Waisenhauses, von dem sich der Name der Straße nach Eibesthal und jener des dazugehörigen „Berges“ ableitet, wurde das Gebäude ab 1936 zunächst als Bezirksarmenhaus bzw. wenig später dann als Altenheim genutzt. Obwohl es durch einen Erdrutsch Ende der 1950er Jahre bereits schwer beschädigt war, wurde es bis 1963 in dieser Eigenschaft weiter genützt. 1964 folgte schließlich der Abbruch und auf dem Grundstück errichtete die Landmaschinenfabrik Heger Montagehallen. In den 2000er Jahren wurden auf dem Gelände das Gebäude der Bezirksbauernkammer und nach Abbruch der Hallen der Neubau der HTL Mistelbach errichtet.

Kaiser-Denkmäler

Einst befanden sich in Mistelbach Kaiser-Büsten beim Krankenhaus bzw. im ehemaligen Schulgarten (heute: Post) – diese sind jedoch im Laufe der Jahre abgekommen.[6] In Eibesthal[7] und Kettlasbrunn[8] sind Kaiser Franz Joseph Denkmäler erhalten geblieben, die beide im Jubiläumsjahr 1908 errichtet wurden.

Kaiserbüste in Kettlasbrunn

Kaiserbüste in Eibesthal

Sonstiges

Straßenname

Zum Gedenken an Kaiser Franz Joseph I. und aus Anlass seines 50-jährigen Regierungsjubiläums beschloss der Mistelbacher Gemeinderat bei Einführung der Straßennamen als Adressbezeichnungen im Jahr 1898 auch eine Straße nach dem Regenten zu benennen.[9] Diesen Namen behielt die Straße bis 1938, und nach Namensänderung während NS-Zeit, kurzzeitiger Rückbenennung nach dem Krieg und erneuter Namensänderung während der Besatzungszeit erhielt sie 1956 endgültig ihren Namen Franz Josef-Straße zurück.[10]

Kaiser Franz Josephs-Höhe[11]

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Kirchenberg begrünt und mit Unterstützung des Fürsten Liechtenstein schuf der Verschönerungsverein Mistelbach den „Liechtenstein-Anlage“ genannten Park, rund um jene Stelle an der sich einstmals die Mistelbacher Burg befand. Auf der westlichen Seite der Grünanlage, wo von 1898 bis 1985 die Pestsäule stand und heute das Apostelkreuz, hat man einen schönen Überblick über die Stadt und im Dezember 1888 wurde hier zum Abschluss der Neugestaltung des Areals und aus Anlass des 40-jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers eine Feierstunde veranstaltet. Im Rahmen dieser Feier präsentierte der Obmann des Verschönerungsvereins Karl Katschthaler einen an dieser Stelle errichteten Mastbaum mit der Inschrift: „Zum Kaiserjubiläum am 2. December 1888“ und auf diesem weithin sichtbaren Mast wurde fortan zu festlichen Anlässen die schwarz-gelbe Fahne des Hauses Habsburg gehisst. Seither trägt das Plateau auch den Namen „Kaiser Franz Josephs-Höhe“.

Die Franz Josephs-Höhe im Jahr 2018 (links das Apostelkreuz)

Der Ausblick von der Franz Josephs-Höhe über die Stadt

Weitere Ehrungen im Rahmen der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Regierungsjubiläum 1908

Im Rahmen der großangelegten Feierlichkeiten aus Anlass des 60-jährigen Regierungsjubiläums 1908 wurde im Stadtpark auch ein prächtiger Lindenbaum zur Kaiserlinde erklärt und vor diese ein Gedenkstein gesetzt – beides existiert heute nicht mehr.[12] Auch in Hüttendorf wurde 1908 im Rahmen einer Jubiläumsfeier von Schulkindern eine Kaiserlinde vor dem Gasthaus gepflanzt. Das Gasthaus und auch die Linde fielen den Kampfhandlungen des Jahres 1945 zum Opfer.[13]

Bürgermeister-Almanach

An dieser Stelle sei auch auf den Beitrag zum anlässlich des 60-jährigen Regierungsjubiläums 1908 herausgegebenen Bürgermeister-Almanach verwiesen, in dem natürlich auch der Bürgermeister von Mistelbach und seine Amtskollegen aus den heutigen Katastralgemeinden verewigt sind.

Fassadenmalerei Kaiserstöckl

Auch in der jüngeren Vergangenheit fand sich eine weitere Referenz an Franz Joseph I. im Stadtbild Mistelbachs: Für einige Jahre bis etwa zur Jahrtausendwende zierte die Fassade des Hauses Hauptplatz Nr. 25 auf Höhe des ersten Stockwerks ein gemaltes Porträt des Kaisers. Dieses warb für das darin befindliche „Kaiserstöckl“, das zur im Erdgeschoss ansässigen Fleischhauerei Schödl gehörte.[14]

Quellen:
1 Die Doppel-Volks-und Bürgerschule in Mistelbach – Zur Geschichte des 25-jährigen Bestandes (1898), S. 7f;
Fitzka, Karl: Geschichte der Stadt Mistelbach, Bd. I. (1901), S. 221;
Czacha, Don Clemens: Mistelbach in: Topographie von Niederösterreich (1909), S. 617
2 Mistelbacher Bote, Nr. 37/1909, S. 2
3 Bote aus Mistelbach, Nr. 8/1905, S. 4 (Kaiser Audienz)
4 Mistelbacher Bote, Nr. 49/1908, S. 3f
5 Mistelbacher Bote, Nr. 40/1910, S. 3
6 Jakob, Christa: Kulturdenkmäler Mistelbach, Band I (2015), S. 87, S. 208
7 Jakob, Christa: Kulturdenkmäler Ortsgemeinden Mistelbach, Band II (2015), S. 76f
8 Jakob, Christa: Kulturdenkmäler Ortsgemeinden Mistelbach, Band II (2015), S. 391
9 Fitzka, Karl: Geschichte der Stadt Mistelbach, Bd. I. (1901), S. 238
10 Leithner, Johann: „Über unsere Straßennamen und deren Bedeutung“ In: Exl, Mag. Engelbert: 125 Jahre Stadt Mistelbach – Ein Lesebuch (1999), S. 239
11 Fitzka, Karl: Geschichte der Stadt Mistelbach, Bd. I. (1901), S. 352f; Bote aus Mistelbach, Nr. 8/1888, S. 3
12 Mistelbacher Bote, Nr. 49/1908, S. 4
Fitzka, Karl: Geschichte der Stadt Mistelbach, Bd. II. (1912), S. 162
13 Greis, Michael: Hüttendorf (2005), S. 44
14 Englisch, Alfred: Bewegung verändert (2013), S.32;
Jakob, Christa: Kulturdenkmäler Mistelbach, Band I (2015), S. 34
-) Kleibl, Karl: Jubiläumsanlagen in Mistelbach 1898-1910 in: Mistelbach in Vergangenheit und Gegenwart, Band IX (2009), S. 179-194 (die Errichtung der Liechtensteinanlage und damit die Enstehung der Franz Josefs-Höhe wird fälschlicherweise mit 1898 angegeben.)
-) Fitzka, Karl: Geschichte der Stadt Mistelbach, Bd. II. (1912), S. 158ff

Bildnachweis:
-) Kaiser-Bild: Wikimedia Commons
-) Winzerschule und Knabenschule: Fitzka, Karl: Geschichte der Stadt Mistelbach, Bd. I. (1901)
-) Krankenhaus und Waisenhaus: digitalisiert und zur Verfügung gestellt von Otmar Biringer aus der Sammlung von Herrn Lichtl
-) alle weiteren Aufnahmen: Thomas Kruspel (2018)

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Heimat im Weinland – Heimatkundliches Beiblatt zum Amtsblatt der BH Mistelbach

Im Sommer 1950 erschien erstmalig das Heimatkundliche Beiblatt zum Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Mistelbach. Initiator und erster redaktioneller Leiter dieser heimatkundlichen Publikationsreihe, die seit 1960 unter dem Titel „Heimat im Weinland“ erscheint, war der Volksschullehrer und spätere Ministerialrat Prof. Hans Spreitzer. Der damalige Bezirkshauptmann Dr. Karl Mattes unterstützte dieses Vorhaben tatkräfig und in den folgenden Jahrzehnten sorgte die BH Mistelbach für die Finanzierung, bevor sich ab 1980 auch das Land Niederösterreich an den Kosten beteiligte. Seit der Gründung erscheinen verteilt auf mehrere Ausgaben pro Jahr, durchschnittlich rund 30 Seiten jährlich, die von einer großen Zahl ehrenamtlicher Mitarbeiter aus dem gesamten Bezirk mit Beiträgen über verschiedene heimatkundliche Themen befüllt werden. Nach dem Tod von Prof. Spreitzer im Jahr 1979, folgte ihm Ing. Erwin Eminger als leitender Redakteur nach, der diese Aufgabe ebenfalls bis zu seinem Ableben 2011 innehatte. 2012 übernahm schließlich der heutige Leiter Mag. Dr. Wolfgang Galler die redaktionelle Koordination von „Heimat im Weinland“.

Dass der Verwaltungsbezirk Mistelbach über diese großartige und nun bald siebzig Jahre hindurch erscheinende heimatkundliche Publikation verfügt, ist den engagierten Persönlichkeiten, die (jahrzehntelang) als redaktionelle Leiter bzw. eifrige Verfasser von Beiträgen wirkten, und der Leitung der hiesigen Bezirkshauptmannschaft zu verdanken.

Inhaltsverzeichnis der bis Ende 2017 in „Heimat im Weinland“ erschienenen Beiträge

Quelle:
-) Eminger, Ing. Erwin: 40 Jahre Heimat im Weinland in: Heimat im Weinland, 1990, S. 28

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Mistelbach und seine Katastralgemeinden in Vischers Niederösterreich Karte u. Topographie

Der aus Tirol stammende Geistliche Georg Matthäus Vischer, der später aber vor allem als freischaffender Topograph und Kartograph tätig war, erhielt in dieser Eigenschaft im April 1669 von den Ständen des Erzherzogtums Österreich unter der Enns den Auftrag für eine Landesaufnahme. Bereits im Jahr darauf konnte er die 16 Blätter umfassende und von Melchior Küsell gestochene Karte präsentieren. Die untenstehenden Bildausschnitte stammen aus einer in der NÖ Landesbibliothek aufbewahrten zweiten Auflage der Karte, die im Jahr 1697 mit den Original-Kupferplatten angefertigt wurde.

Mistelbach und seine Katastralgemeinden finden sich auf diesem Ausschnitt aus Blatt drei, mit Ausnahme von …

… Kätzlsbrunn (=Kettlasbrunn), das sich auf Blatt vier findet.

Frättingsdorf fehlt in Vischers Darstellung, und die falsche Lage Siebenhirtens – an der Zaya – findet sich auch noch in der knapp hundert Jahre danach erschienenen Topographie Weiskerns, der sich bei seiner Beschreibung wohl auf dieses Grundlagenwerk stützte.

Sozusagen als Nebenprodukt entstand im Zuge der Reisen während der Arbeit an der Niederösterreich-Karte ein weiteres Werk Vischers, nämlich die aus mehr als 500 Kupferstich-Darstellungen bestehende „Topographia Archiducatus Austriae Inferioris Modernae“. In dieser 1672 veröffentlichten Bildersammlung wurden ausgewählte Orte bzw. deren besondere Bauwerke (Burgen, Schlössern, Klöster, …) festgehalten und deshalb finden sich darin auch nur jene beiden heute zu Mistelbach gehörenden Orte, die über ein Schloss verfügen: Ebendorf und Paasdorf.


Schloss Ebendorf um 1670 in einem Kupferstich auf Seite 141 in Vischers Topographie


Paasdorf samt Schloss um 1670 in einem Kupferstich auf Seite 167 in Vischers Topographie

Quellen & Links:
-) Vischers Niederösterreich-Karte auf der Webseite der Niederösterreichischen Landesbibliothek
-) Vischer, Georg Matthäus: Topographia Archiducatus Austriae Inferioris Modernae (1672) (Google Books – Digitalisat aus den Beständen der bayerischen Staatsbibliothek)

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Mistelbach und seine Katastralgemeinden in Schweickhardts „Darstellung des Erzherzogtums Österreich unter der Enns“

Inspiriert von Weiskerns Topographie Niederösterreichs (1768) veröffentlichte der aus Wien stammende Autor und Topograph Franz Xaver Schweickhardt in den Jahren 1831 bis 1841 sein 34-bändiges historisch-topographisches Werk „Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens“. Nachfolgend die Einträge zu Mistelbach und seinen heutigen Katastralgemeinden.



Schweickhardt, Franz Xaver: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. Viertel unterm Manhartsberg, Band I (1833), S. 174-176
Online verfügbar in den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek



Schweickhardt, Franz Xaver: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. Viertel unterm Manhartsberg, Band I (1833), S. 200-202
Online verfügbar in den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek

 


Schweickhardt, Franz Xaver: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. Viertel unterm Manhartsberg, Band II (1834), S. 48-49
Online verfügbar in den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek

 




Schweickhardt, Franz Xaver: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. Viertel unterm Manhartsberg, Band III (1834), S. 29-32
Online verfügbar in den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek

 




Schweickhardt, Franz Xaver: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. Viertel unterm Manhartsberg, Band III (1834), S. 66-69
Online verfügbar in den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek

 



Schweickhardt, Franz Xaver: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. Viertel unterm Manhartsberg, Band III (1834), S. 133-135
Online verfügbar in den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek

 


Schweickhardt, Franz Xaver: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. Viertel unterm Manhartsberg, Band III (1834), S. 292-293
Online verfügbar in den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek

 








Schweickhardt, Franz Xaver: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. Viertel unterm Manhartsberg, Band IV (1834), S. 241-250
Online verfügbar in den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek

 






Schweickhardt, Franz Xaver: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. Viertel unterm Manhartsberg, Band V (1835), S. 56-61
Online verfügbar in den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek

 




Schweickhardt, Franz Xaver: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. Viertel unterm Manhartsberg, Band VI (1835), S. 151-154
Online verfügbar in den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek

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Mistelbach und seine Katastralgemeinden in Weiskerns Topographie Niederösterreichs

1734 kam der aus Sachsen stammende Friedrich Wilhelm Weiskern (1710-1768) nach Wien und begann hier eine erfolgreiche Schauspielerkarriere. Später war er als Bühnenschriftsteller tätig und beschäftigte sich nebenbei auch mit der Beschreibung von Landschaften und Städten. Erst in den beiden Jahren nach seinem Tode konnte die von ihm verfasste dreibändige „Topographie von Niederösterreich: in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben“ veröffentlicht werden. Diese Bestandsaufnahme stellt bis heute eine bedeutende Quelle dar, die insbesondere Aufschluss über die damaligen Herrschaftsverhältnisse gibt.

Nachfolgend die Einträge zu Mistelbach, seinen heutigen Katastralgemeinden und dem Barnabitenkolleg – aus den digitalen Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek:

Ebendorf (Bd. I A-M, S. 131)


(Anm.: zu Ebendorf existieren zwei Einträge: einer zum Schloss und einer zum Dorf)


Eibesthal
(Bd. I A-M, S. 142)


(Anm.: gemeint ist der „Mitterhof zu Mistelbach“)


Frättingsdorf
(Bd. I A-M, S. 175)


Auch zu Frättingsdorf finden sich zwei Einträge, allerdings irrtümlich wird hier von zwei unterschiedlichen Orten gesprochen. Bei Frating handelt es sich lediglich um Kurzform des Ortsnamens und tatsächlich verfügten die bei beiden Einträgen angeführten Grundherrschaften über Besitz in Frättingdorf.

Hörersdorf (Bd. I A-M, S. 276)

Hüttendorf (Bd. I A-M, S. 280)


Kettlasbrunn
(Bd. I A-M, S. 306)


Lanzendorf
(Bd. I A-M, S. 347)


Mistelbach
(Bd. I A-M, S. 417f)



Paasdorf
(Bd. II N-Z, S. 56)

(Anm.: auch hier existieren zwei Einträge: einer zum Schloss und einer zum Dorf)


Siebenhirten
(Bd. II N-Z, S. 187)


Barnabitenkloster (Bd. I A-M, S. 63)

Quellen:
-) Weiskern, Friedrich Wilhelm: Topographie von Niederösterreich, 1. Teil A-M, (1769)
-) Weiskern, Friedrich Wilhelm: Topographie von Niederösterreich, 2. Teil N-Z, (1770)
-) Wien Geschichte Wiki – Friedrich Wilhelm Weiskern

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Gemeinderatsprotokolle 1900-1910

1954 wurden die amtlichen Mitteilungen der Stadtgemeinde Mistelbach ins Leben gerufen und darin auch die Protokolle der Gemeinderatssitzungen veröffentlicht. Aber bereits bevor die Gemeinde über ein eigenes Mitteilungsorgan verfügte, wurden die Protokolle in den damaligen Lokalzeitungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die ältesten Niederschriften, bzw. kurze Auszüge aus denselben, finden sich in der Mistelbacher Zeitung (1885-1886), und später dann über Jahrzehnte hinweg im Mistelbacher Bote.

Im Zuge der Digitalisierung der Zeitungsbestände der Österreichischen Nationalbibliothek im Rahmen des Projekts ANNO (Austrian Newspapers Online) wurden auch einige Jahrgänge des „Volksbote“ – der sozialdemokratischen Wochenzeitung für das Viertel unter dem Manhartsberg (=Weinviertel) – bereits online gestellt. Regelmäßig, wurden in dieser Zeitung Niederschriften der Mistelbacher Gemeinderatssitzungen veröffentlicht – allerdings fehlen einige Sitzungen. Natürlich beschränkte man sich nicht nur auf die Wiedergabe des Sitzungsinhalts, sondern das Geschehen wurde aus sozialdemokratischer Sicht kommentiert bzw. wurden einzelne Protagonisten Ziel von Polemik und Spott. Diese politisch gefärbten Anmerkungen, sofern als solche erkennbar, wurden in den hier veröffentlichten Protokollen ausgespart, um die Verhandlungen im Mistelbacher Gemeinderat möglichst neutral darstellen zu können.

Aufgrund von schlechter Druckqualität und der für die Texterkennungssoftware (OCR) nicht immer eindeutig zu identifizierenden Frakturdruckschrift, handelte es sich bei dem der ANNO-Volltextsuche zugrunde liegenden Ergebnis des Digitalisierungsprozesses, teilweise um nur schwer zu entzifferende Buchstabenansammlungen. Diese konnten mit etwas Übung und dem notwendigen geschichtlichen Hintergrundwissen in aufwendiger Handarbeit jedoch in vollständig lesbare und sinnvolle Texte verwandelt werden. Auch so mancher Fehler in den Berichten (zB betreffend Namensschreibung, Straßennamen, etc.) konnte korrgiert werden, ansonsten wurde jedoch die damalige Rechtschreibung beibehalten.
Die Gemeinderatsprotokolle stellen auch  für die Arbeit an mi-history.at eine wichtige Quelle dar, und da diese im Gemeindearchiv, bedingt durch die Kriegswirren, leider nicht vollständig vorhanden sind, stellt dieser Beitrag auch den Versuch dar, einen Teil dieser verlorengegangenen Protokolle wiederzubringen.

Ein paar Erläuterungen zum Verständnis:
Früher wurde das Gremium des Gemeinderats als Gemeindeausschuss bezeichnet.
Die damals als Gemeinderäte (G.-R.) bezeichneten Personen entsprechen den heutigen Stadträten.
Die damals als Gemeindeausschüsse (G.-A.) bzw. auch als Gemeindebeiräte (G.-B.) bezeichneten Personen sind den heutigen Gemeinderäten gleichzusetzen.

Gemeindeausschuss Protokolle 1900
Gemeindeausschuss Protokolle 1901
Gemeindeausschuss Protokolle 1902
Gemeindeausschuss Protokolle 1903
Gemeindeausschuss Protokolle 1904
Gemeindeausschuss Protokolle 1905
Gemeindeausschuss Protokolle 1906
Gemeindeausschuss Protokolle 1907
Gemeindeausschuss Protokolle 1908
Gemeindeausschuss Protokolle 1909
Gemeindeausschuss Protokolle 1910

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Franz Josef-Straße

Während sie im oberen Teil, als Hintausstraße der Bauernhöfe in der Oberhoferstraße, schon von altersher auch auf der linken Straßenseite zahlreiche Stadel und Keller aufwies, war diese Seite im südlichen Bereich, auf Höhe des Hauptplatzes, gegen Mitte bzw. Ende des 19. Jahrhunderts noch weitgehend unverbaut. Es handelt sich also um eine vergleichsweise junge, zu anfangs eher unbedeutende Straße.[1]

Die ehemalige Schießstätte der Schützenvereinigung befand sich auf dem Gelände des heutigen Stadtparks und erstreckte sich einst über die Bahnlinie hinaus. Durch den 1869 erfolgten Bau der k. k. Staatseisenbahn wurde das weitläufige Areal durchtrennt und der unterhalb der Bahnstrecke gelegene Teil wurde später zum Stadtpark umgewandelt bzw. teilweise als Gastgarten durch das Hotel Rathaus (heute: Erste Bank) genutzt. Demgemäß wurde die zum Stadtpark führende Straße zunächst als „Parkstraße“ bezeichnet, ehe sie 1898, als in Mistelbach die Einführung der Straßennamen als Adressbezeichnung erfolgte, den Namen „Kaiser Franz Joseph-Straße“ erhielt. Die Benennung nach Kaiser Franz Joseph I., war eine besondere Huldigung aus Anlass seines im Jahr der Namensgebung gefeierten 50-jährigen Regierungsjubiläums.[2]

Eine alte Aufnahme der Kaiser Franz Josef-Straße

Seit dem gescheiterten Putschversuch der Nationalsozialisten in München am 9. November 1923, gedachten die Nazis jedes Jahr ihrer sogenannten Blutzeugen, in einem propagandistisch groß inszentierten Totenkult. Ganz in diesem Sinne und angeregt durch das wenige Tage vorher erfolgte tödliche Attentat auf Ernst vom Rath wurden im Rahmen einer Großkundgebung im November 1938, gemäß Beschluss des vom NS-Regime eingesetzten Gemeindeverwalters Adolf Schödl, drei Mistelbacher Straßen nach zu Märtyrer hochstilisierten toten Nationalsozialisten benannt. Die Kaiser Franz Josef-Straße erhielt den Namen „Wilhelm Gustloff-Straße“, und zeitgleich kam es zu folgenden weiteren Umbenennungen: „Ernst vom Rath-Straße“ (Weimarergasse) und „Adalbert Schwarz-Gasse“ (Gspanngasse).[3] Der aus Deutschland stammende Wilhelm Gustloff war der Leiter der NSDAP-Auslandsorganisation in der Schweiz, und wurde 1936 vom jüdischen Medizinstudenten David Frankfurter in Davos erschossen.

Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus folgte die Zeit der sowjetischen Besatzung und die während der NS-Herrschaft umbenannten Straßen erhielten 1945 wieder ihre einstigen Bezeichnungen. Bei der Rückbenennung der Franz Josef-Straße wurde allerdings der  Titel „Kaiser“ entfernt. Sie behielt jedoch nur kurz ihren ursprünglichen Namen, denn im Mai 1946 folgte eine erneute Umbenennung in „Straße des 12. Februar 1934“.[4] An diesem 12. Februar kam es ausgehend von Linz zu einem mehrere Tage währenden, blutigen Bürgerkrieg zwischen den Sozialisten mit dem republikanischen Schutzbund und dem Dollfuß-Regime mit Heimwehr, Polizei und Bundesheer. Im März 1956 erhielt die Straße wieder Franz Josef-Straße.[4]

Heute ist die Franz Josef-Straße einer der längsten Straßenzüge Mistelbachs und gleichzeitig jene mit der höchsten Hausnummer: 170.

Wo befindet sich die Franz Josef-Straße?

 

Quellen:
1 Steiner, Oskar: Mistelbach in alten Ansichten (1983)
2 Fitzka, Karl: Geschichte der Stadt Mistelbach, Bd. I. (1901), S. 238
3 Grenzwacht, Nr. 11/1938, S. 9; Das kleine Volksblatt, 22. November 1938, S. 8 (ONB-ANNO)
4 Entgegen der Darstellung bei Spreitzer, Prof. Hans: „Mistelbachs Straßen- und Gassennamen“ in: Mistelbacher-Laaer Zeitung, 24. September 1955, S. 2f fand die Umbenennung in „Straße des 12. Februar 1934“ nicht bereits 1945 statt, sondern ebenso wie auch die Umbenennung der Mitschastraße in „Straße der Roten Armee“ erst im Jahr 1946. Der Namenswechsel zu „Straße des 12. Februar 1934“ dürfte im Mai 1946 stattgefunden haben, denn zu dieser Zeit taucht der neue Name erstmals im Mistelbacher Bote auf.
5 Leithner, Johann: „Über unsere Straßennamen und deren Bedeutung“ In: Exl, Mag. Engelbert: 125 Jahre Stadt Mistelbach – Ein Lesebuch (1999), S. 239

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Bürgermeister im Jubiläumsjahr 1908

Das Jahr 1908 stand ganz im Zeichen des 60-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. und der Verleger Ignaz Tenger veröffentlichte aus diesem Anlass ein einzigartiges Huldigungswerk – den österreichischen Bürgermeister-Almanach. Das dem Jubilar gewidmete Buch enthielt eine Huldigungadresse und eine Liste sämtlicher Bürgermeister aus allen Teilen der Monarchie. Ein Jahr Arbeit steckte Tenger in dieses patriotische Buchprojekt, das neben Lebensdaten der im Jubiläumsjahr amtierenden Bürgermeister und Informationen zu den jeweiligen Gemeinden, auch die Darstellung aller Bürgermeister mittels aktueller Porträt-Fotos beinhalten sollte. Dass es ihm nicht gelungen ist von allen Bürgermeistern Fotos aufzutreiben, ist neben anderen Gründen, auch auf die bereits seit längerer Zeit schwelenden Nationalitätenkonflikte zurückzuführen, wie im Vorwort kurz angemerkt wurde.

Auch Mistelbach und seine damals noch selbstständigen Katastralgemeinden, sind mit Ausnahme von Kettlasbrunn, Lanzendorf und Paasdorf mit Fotografien ihrer Bürgermeister vertreten. Alle untenstehend abgebildeten Bürgermeister tragen die 1908 gestiftete niederösterreichische Bürgermeistermedaille, die das Antlitz des Kaisers ziert. Mistelbachs Bürgermeister Thomas Freund, ließ diese Medaille in eine von ihm anlässlich seines im selben Jahr begangenen zwanzigjährigen Amtsjubiläums gestiftete Bürgermeisterkette einarbeiten.

Ökonomierat Ferdinand Fallenbiegl (*1856, †1933)[1], Wirtschaftsbesitzer
Bürgermeister von Ebendorf 1891-1919[2]

Leopold Strobl (*1851, †19??), Wirtschaftsbesitzer
Bürgermeister von Eibesthal 1906-1919[3],
bereits seit 1885 Mitglied der Gemeindevertretung

Leopold Welzl (*1862, †1957)[4], Wirtschaftsbesitzer
Bürgermeister von Frättingsdorf 1907-1919[5]

Johann Bösmüller (*1859, †1943)[6], Wirtschaftsbesitzer
Bürgermeister von Hörersdorf 1906-19??,
bereits seit 1900 Mitglied der Gemeindevertretung

Josef Schreiber (*1865, †1938)[7], Wirtschaftsbesitzer
Bürgermeister von Hüttendorf 1901-1919[8]

Kommerzialrat Thomas Freund (*1850, †1937), Kaufmann, Landtagsabgeordneter
Bürgermeister von Mistelbach 1888-1911,
bereits seit 1885 Mitglied der Gemeindevertretung[9]

Anton Trischack (*1856, †1940)[10], Wirtschaftsbesitzer
Bürgermeister von Siebenhirten 1907-1919[11]
bereits seit 1891 Mitglied der Gemeindevertretung

Jene Bürgermeister heutiger Katastralgemeinden, die im Bürgermeister-Almanach nicht abgebildet sind:

Jakob Bachmayer (*1850, †1927)[12], Wirtschaftsbesitzer
Bürgermeister von Kettlasbrunn 1906-1913[13]
bereits seit 1885 Mitglied der Gemeindevertretung

Franz Schön (*1855, †1951)[14], Wirtschaftsbesitzer
Bürgermeister von Lanzendorf 1894-1919[15]
bereits seit 1885 Mitglied der Gemeindevertretung

Leopold Rosner (*1859, †1934)[16], Wirtschaftsbesitzer
Bürgermeister von Paasdorf 1899-1912 & 1916-1919[17]
bereits seit 1889 Mitglied der Gemeindevertretung

Quellen:
Tenger, Ignaz: Österreichischer Bürgermeister-Almanach – 1848 – 1908; Jubiläums-Widmung zur Feier des 60jährigen Regierungs-Jubiläums Sr. k.u.k. a. M. Franz Josef I. (1908) (Digitalisat NÖ Landesarchiv)
1 Pfarre Mistelbach: Sterbebuch (1921-1934), Fol. 451
Eintrag Sterbebuch Pfarre Mistelbach
2 Mitscha-Märheim, Univ.-Prof. Dr. Herbert: Eine kleine Geschichte von Ebendorf (1971), S. 37
3 Spreitzer, Prof. Hans: „Eibesthal I“ in Mistelbach in Vergangenheit und Gegenwart – Heimatkundliche Mitteilungen der Stadtgemeinde Mistelbach, Band III (1970), S. 118
4 Pfarre Hörersdorf: Taufbuch (1838-1867), Fol. 148
Eintrag Taufbuch Pfarre Hörersdorf
5 Neckam, Johann sen.: Heimatgeschichte von Frättingsdorf – hrsg. vom Zeitgeschichtlichen Dokumentationsarchiv Asparn an der Zaya (1998)
6 Pfarre Hörersdorf: Taufbuch (1838-1867), Fol. 122
Eintrag Taufbuch Pfarre Hörersdorf
7 Pfarre Hüttendorf: Sterbebuch (1901-1938), Fol. 86
Eintrag Sterbebuch Pfarre Hüttendorf
8 Greis, Michael: Hüttendorf – Ein Rückblick auf zehn Jahrzehnte (2005), S. 167
9 1885 wurde Bgm. Freund erstmalig im Rahmen der Gemeindevertretungswahlen in den Gemeindeausschuß gewählt. Im Bürgermeister-Almanach findet sich jedoch die Angabe, dass er bereits ab 1884 der Gemeindevertretung angehört habe. Da aber in diesem Jahr keine Wahl stattfand und er auch nicht zu den gewählten Ersatzmännern gehörte, die im Falle eines Mandatsverzichts nachrückten, handelt es sich hierbei um eine falsche Angabe.
10 Pfarre Siebenhirten: Taufbuch (1826-1861), Fol. 138
Eintrag Taufbuch Pfarre Siebenhirten
11 Stubenvoll, Franz: Siebenhirten bei Mistelbach – Eine Geschichte des Ortes, seiner Herrschaft und seiner Pfarre, Band 1, S. 192
12 Pfarre Kettlasbrunn: Sterbebuch (1899-1938), Fol. 91
Eintrag Sterbebuch Pfarre Kettlasbrunn
13 Leisser, Willibald: Kettlasbrun im Weinviertel – Ein Wallfahrtsort seit der Pestzeit (1989), S. 49
14 Pfarre Mistelbach: Taufbuch (1849-1858), Fol. 179
Eintrag Taufbuch Pfarre Mistelbach
15 Spreitzer, Prof. Hans: Aus der Geschichte Lanzendorfs in: Mistelbach in Vergangenheit und Gegenwart – Heimatkundliche Mitteilungen der Stadtgemeinde Mistelbach, Band III (1970), S. 20
16 Pfarre Paasdorf: Sterbebuch (1899-1938), Fol. 130
Eintrag Sterbebuch Pfarre Paasdorf
17 Muhsil, Josef: Notizen & Bilder zur Geschichte meines Heimatortes (1996), S. 68f

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Gspann, Lehrerfamilie

Beinahe ein Jahrhundert waren Mitglieder der Familie Gspann in Mistelbach als Lehrer tätig und vermittelten Generationen von Mistelbacher Kindern Schulbildung. Allesamt waren sie auch sehr musikalisch, erteilten Musikunterricht und betätigten sich auch als Komponisten. Neben ihrer Tätigkeit als Schulleiter waren die Gspann-Lehrer auch als Regenschori beschäftigt, also mit der Leitung der Kirchenmusik betraut.

Anton Gspann

* 1769, unbekannt
† 1.1.1823, Mistelbach[1]

1797 kam mit ihm der erste Vertreter der Lehrerdynastie Gspann auf die Mistelbacher Lehrerstelle. Im selben Jahr schloß er die Ehe mit Barbara Brenner, einer Tochter des hiesigen Töpfermeisters Johannes Brenner und dieser Verbindung entstammten sechs Kinder, darunter der in Wien wirkende Musiklehrer und Komponist Karl Paul Gspann.[2] Nähere Details zur Herkunft von Anton Gspann sind leider nicht bekannt. Eine Abstammung von der seit Ende des 17. Jahrhunderts in Lanzendorf aufscheinenden Bauernfamilie Gspann, wie Prof. Spreitzer sie vermutete, scheint grundsätzlich naheliegend zu sein, allerdings findet sich in den lokalen Pfarrmatriken kein passender Taufbucheintrag im fraglichen Zeitraum.[3]

Die Schule war seit dem Jahr 1620 an der Adresse Kirchengasse 11 untergebracht, und im Schulhaus befand sich auch die Wohnung des Lehrers. Am 9. Juli 1809 musste Gspann miterleben wie das Schulgebäude von durchziehende Soldaten Napoleons in Brand gesteckt wurde und völlig niederbrannte. Das an der selben Stelle wiederaufgebaute und um die danebengelegene Brandruine erweiterte, neue Schulhaus wurde 1811 eröffnet, doch auch dieser Neubau konnte die seit jeher herrschende Raumnot nicht lindern. In der Zeit vor der Fertigstellung des neuen Gebäudes (1809 – 1811) mussten Gspann und seine Schulgehilfen (=Hilfslehrer bzw. Lehrer in  Ausbildung) den Unterricht zunächst im Wirtshaus zur goldenen Krone (Oberhoferstr. 15) und später im Barnabitenkolleg abhalten.[4]

Anton Gspann übte das Amt des Lehrers und Schulleiters bis zu seinem Tod im Jahre 1823 aus.

Joseph Gspann

* 18.2.1802, Mistelbach[5]
† 1.1.1882, Mistelbach[6]

Joseph Gspann folgte seinem Vater Anton im Beruf und absolvierte 1815 den pädgogischen Kurs in Wien. Drei Jahre später trat er in den Schuldienst ein und war in den folgenden Jahren als Lehrergehilfe tätig. 1822 legte er erfolgreich die Lehrerprüfung ab, und nach dem Ableben seines Vaters zu Beginn des folgenden Jahres, übernahm er dessen Lehrerstelle.[7] Er war hintereinander mit den drei Töchtern des Hutmachermeisters Matthias Küttner verheiratet: Anna (∞1824, †1828)[8], Antonia (∞1829, †1836)[9], Franziska (∞1854)[10] und aus den ersten beiden Ehen stammten zehn Kinder, von denen allerdings einige bereits in jungen Jahren verstarben. Sein Schwiegervater Matthias Küttner war der Besitzer des Barockschlössls und durch die Heirat mit der jüngsten Tochter Franziska, die das Anwesen von ihrem Vater geerbt hatte, kam das Barockschlössl in den Besitz der Familie Gspann.[11] Aufgrund seiner herausragenden Dienstausübung wurde Joseph Gspann 1826 mit dem Berufstitel „Musterlehrer“ geehrt.[12] Ab diesem Jahr hatte er neben dem Schuldienst auch die Meßnerdienststelle inne.[16] Er war ein sehr begabter Musiker, und mehrfach ereilten ihn lukrative Angebote als Musiklehrer bzw. Musiker nach Wien zu wechseln, die er jedoch alle aus Verbundenheit gegenüber seiner Heimat und seiner Schule ausschlug.[13]

Davon, dass die von ihm komponierten Werke auch in Wien Anerkennung fanden, zeugt ein Bericht der Wiener Zeitung aus dem Juni 1840, der von der Aufführung einer selbstkomponierten Messe in der Kirche am Hof in Wien handelt. Darin heißt es unter anderem: “Es spricht sich in dem Werke nebst einer vollständigen Kenntniß des Generalbasses und der Compositionslehre eine besondere Befähigung zum sogenannten Kirchen-Style aus”.[14] Es handelte sich bei dem Werk wohl um die „Brand-Messe“, die im November 1839 in Mistelbach uraufgeführt wurde und die Joseph Gspann zum Gedenken an die völlige Zerstörung der Pfarrkirche durch eine Feuersbrunst am 15. Juni 1835 verfasst hatte.

Er und sein Sohn Ludwig waren auch die ersten Musiklehrer der in Mistelbach geborenen Klaviervirtuosin Laura Kahrer (verehe. Rappoldi), bei denen sie als Zehnjährige Klavier- und Generalbaß-Unterricht erhielt. Sofort erkannten sie das unglaubliche Talent und angeblich bereits nach einem Jahr, waren die erfahrenen Musiker nicht mehr in der Lage dem Kind Neues zu lehren, sodass Kahrer ihre musikalische Ausbildung in Wien fortsetzte. Ihre erste im Alter von elf Jahren verfasste Komposition, Elegie – Tongemälde für Piano, widmete sie ihrem Generalbaßlehrer Joseph Gspann und dieses Werk, das dem damaligen k. k. Hofkapellmeister Randhartinger vorgelegt wurde und dessen Anerkennung fand, ist in den Beständen des Stadt-Museumsarchivs erhalten geblieben.[15]

Laut den Veröffentlichungen von Prof. Spreitzer zur Schulgeschichte Mistelbachs erfolgte Joseph Gspanns Übertritt in den Ruhestand zeitgleich mit der Einrichtung der Pfarrhauptschule 1861, jedoch scheint er in einer Übersicht aus dem Jahr 1863 nach wie vor als Schulleiter (Oberlehrer) auf.[17] Neben seinem Sohn Ludwig, ergriff auch sein Sohn Joseph den Beruf des Lehrers und dieser wurde später Bürgerschuldirektor in Wien-Alsergrund.[18] Noch am Tag seines Todes, dem Neujahrstag des Jahres 1882, spielte er als Organist die Messe in der Pfarrkirche, als ihm währenddessen plötzlich übel wurde – er starb noch am selben Tage in seinem Haus, dem Barockschlössl.

Ludwig Gspann

* 6.1.1831, Mistelbach[19]
† 8.1.1900, Mistelbach[20]

Auch Ludwig Gspann folgte seinem Vater in den Lehrberuf, absolvierte 1849 den pädagogischen Kurs in Wien und legte im selben Jahr auch die Lehrerprüfung ab. Ab diesem Zeitpunkt war er, mit Ausnahme einer zwischenzeitlichen Lehrtätigkeit an der Volksschule Neulerchenfeld (Wien)[21], bis zur Pensionierung seines Vaters als Lehrgehilfe (bzw. Unterlehrer) an der Schule in Mistelbach beschäftigt. Ab etwa Mitte der 1860er Jahre bis zur durch eine Schulreform notwendig gewordenen Übersiedlung in die neuerbaute Volks- und Bürgerschule, 1873, am heutigen Standort der Hauptschule, leitete er die Mistelbacher Schule. Danach zog er sich von der Schulleitung zurück, war aber bis zu seiner Pensionierung Ende 1884 weiter als Volksschullehrer tätig[22] und ab 1871 gehörte er als Lehrervertreter dem Bezirksschulrat an. Darüber hinaus war er auch ab dessen Gründung, 1864, Chorleiter des Männergesangsvereins.[23] 1863 ehelichte er die aus Orth a.d. Donau stammende Industriallehrerin (=Werk- bzw. Handarbeitslehrerin) Maria Theresia Kellersmann, die später auch an der Mistelbacher Schule unterrichtete.[24] Dieser Ehe waren keine Kinder beschieden und als seine Gattin 1897 einer Krebserkrankung erlag, heiratete er im Jahr darauf die zwanzig Jahre jüngere Lehrerswitwe Mathilde Gschweidl aus Laa a.d. Thaya, doch auch diese Ehe blieb kinderlos.[25] Nach dem Ableben seiner Mutter erbte er gemeinsam mit drei Geschwistern das Barockschlössl, dass er fortan als Wohnung nutzte. Auch im alten Schulhaus dürfte er nach seinem Ruhestand weiterhin ein Wohnrecht besessen haben, denn seine erste Ehefrau starb 1897 in ebendiesem Haus. Schon 1893 musste er den Dienst als Regenschori wegen fortschreitender Schwerhörigkeit zurücklegen.

Der letzte Mistelbacher Gspann-Lehrer, Ludwig Gspann, starb wenige Tage nach der Wende zum 20. Jahrhundert. 1915 verstarb schließlich die letzte Mitbesitzerin des Barockschlössls aus der Familie Gspann[26], Aloisia Gspann, und danach ging das Gebäude in den Besitz von Johann Burgmann über, bevor die Sparkasse der Stadt Mistelbach 1929 das Anwesen erwarb und es nach eingehender Renovierung dem Mistelbacher Heimatmuseum zur Verfügung stellte.[27] Heute befindet sich das Barockschlössl im Besitz der Gemeinde und wird als Kultur- und Veranstaltungszentrum genutzt.

1958 beschloss der Mistelbacher Gemeinderat der in unmittelbarer Nähe zur Schule gelegenen Quergasse im Gedenken an das Wirken der Familie Gspann den Namen Gspanngasse zu geben.[28]

Wo befindet sich die Gspanngasse?

 

Quellen (und Anmerkungen):
1 Pfarre Mistelbach: Sterbebuch (1805-1832), Fol. 104
Eintrag Sterbebuch Pfarre Mistelbach
2 Pfarre Mistelbach: Trauungsbuch (1784-1806), Fol. 46
Eintrag Trauungsbuch Pfarre Mistelbach
3 Spreitzer, Prof. Hans: Zur Geschichte des Schulwesens der Stadt Mistelbach in: Heimat im Weinland, 1953, S. 55-56, 59-60, 63-64
4 Prof. Spreitzer, Hans: Festschrift zur Weihe und Eröffnung der Volksschule (1971) in: Mistelbach in Vergangenheit und Gegenwart, Band 2, S. 90ff
5 Pfarre Mistelbach: Taufbuch (1793-1809), Fol. 64
Eintrag Taufbuch Pfarre Mistelbach
6 Pfarre Mistelbach: Sterbebuch (1867-1889), Fol. 129
Eintrag Sterbebuch Pfarre Mistelbach
7 Kaiser, Joseph: Lehrer-Schema (1843), S. LXXX (ONB)
8 Pfarre Mistelbach: Trauungsbuch (1806-1836), Fol. 97
Eintrag Trauungsbuch Pfarre Mistelbach
Pfarre Mistelbach: Sterbebuch (1805-1832), Fol. 149
Eintrag Sterbebuch Pfarre Mistelbach
9 Pfarre Mistelbach: Trauungsbuch (1806-1836), Fol. 140
Eintrag Trauungsbuch Pfarre Mistelbach
Pfarre Mistelbach: Sterbebuch (1832-1840), Fol. 83
Eintrag Sterbebuch Pfarre Mistelbach
10 Pfarre Mistelbach: Trauungsbuch (1836-1858), Fol. 209
Eintrag Taufbuch Pfarre Mistelbach
11 Bollhammer, Fritz: Geschichte des städtischen Heimatmuseums in: Mistelbach in Vergangenheit und Gegenwart, Band 1, S. 364
(Anm.: entgegen der bei Bollhammer dargestellten Inbesitznahme im Jahr 1889, dürfte diese bereits 1888, zeitnah nach dem Tod von Franziska Gspann (geb. Küttner) im Erbwege erfolgt sein – siehe Pfarre Mistelbach: Sterbebuch (1867-1889), Fol. 201, Eintrag Sterbebuch Pfarre Mistelbach)
12 Kaiser, Joseph: Lehrer-Schema (1847), S. 202 (Google Books)
13 Fitzka, Karl: Geschichte der Stadt Mistelbach, Bd. I. (1901), S. 124
14 Wiener Zeitung, 20. Juni 1840, S. 4 (ONB-ANNO)
15 Fitzka, Karl: Geschichte der Stadt Mistelbach, Bd. I. (1901), S. 217
16 Fitzka, Karl: Geschichte der Stadt Mistelbach, Bd. I. (1901), S. 207
17 Huber, Franz: Lehrer-Schema (1863), S. 185 (Google Books)
18 Fitzka, Karl: Geschichte der Stadt Mistelbach, Bd. I. (1901), S. 125;
Wiener Zeitung, 29. Juni 1902, S. 5 (ONB-ANNO)
19 Pfarre Mistelbach: Taufbuch (1809-1838), Fol. 320
Eintrag Sterbebuch Pfarre Mistelbach
20 Pfarre Mistelbach: Sterbebuch (1899-1908), Fol. 25
Eintrag Sterbebuch Pfarre Mistelbach
21 Mussil, Ludwig: Niederösterreichischer Lehrer-Schematismus (1880), S. 146f
22 Die Doppel-Volks-und Bürgerschule in Mistelbach. Zur Geschichte des 25-jährigen Bestandes (1898), S. 20
23 Deutscher Liederkranz – musikalisch-belletristische Zeitschrift, 20. Mai 1864, S. 4f (Google Books)
24 Pfarre Mistelbach: Trauungsbuch (1858-1873), Fol. 35
Eintrag Trauungsbuch Pfarre Mistelbach
Pfarre Mistelbach: Sterbebuch (1890-1899), Fol. 101
Eintrag Sterbebuch Pfarre Mistelbach
25 Pfarre Mistelbach: Trauungsbuch (1898-1911), Fol. 5
Eintrag Trauungsbuch Pfarre Mistelbach
26 Pfarre Mistelbach: Sterbebuch (1915-1920), Fol. 16
Eintrag Sterbebuch Pfarre Mistelbach
27 Bollhammer, Fritz: Geschichte des städtischen Heimatmuseums in: Mistelbach in Vergangenheit und Gegenwart, Band 1, S. 364
28 Spreitzer, Prof. Hans: „Mistelbachs Straßen- und Gassennamen“ in: Mistelbacher-Laaer Zeitung, 24. September 1955, S. 2f

-) Spreitzer, Prof. Hans: Mistelbacher Schulgeschichte in: Mistelbach Geschichte I (1974), S. 232 ff

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Update – Mistelbach in der Zeitung – Teil 4 (1924-1939)

Ein weiterer bebilderter Zeitungsbericht zu einem Ereignis in Mistelbach konnte in den digitalisierten Zeitungsbeständen der Österreichischen Nationalbibliothek aufgestöbert werden, und dessen Inhalt wurde in den Beitrag „Mistelbach in der Zeitung – Teil 4 (1924-1939)“ eingearbeitet.

Große Weinkost bei Weinhändler Roller – 1928

Am 21. Februar 1928 fand eine große Weinkost im Kellereibetrieb des Mistelbacher Weingroßhändlers Felix Roller statt, an der laut einem Zeitungsbericht rund 600 geladene Gäste teilnahmen. Die gereichten Weine fanden großen Anklang und unter den Teilnehmern waren auch Landeshauptmann Dr. Karl Buresch und der christlich-soziale Nationalratsabgeordnete Richard Wollek. Die Aufnahme zeigt einen Teil der Gäste vor dem vom Barnabitenorden im 17. Jahrhundert angelegten großen Klosterkeller, dem einstmals größten Keller des Landes, den die Weinkellerei Roller bis in die 1950er Jahre gepachtet hatte.


Foto: Leopold Forstner
Das interessante Blatt, 1. März 1928, S. 6 (ONB-ANNO)

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